VCOE20030828
Aus UVP-KO
[bearbeiten] VCÖ-Studie: Bei Lkw-Verkehr in Österreich um 3,5 Milliarden Euro mehr Kosten als Einnahmen!
- VCÖ startet Aktion: Schweizer Lkw-Mautmodell muss in EU erlaubt werden*
VCÖ (Wien, 28. August 2003) - Der Straßengüterverkehr verursacht in Österreich Kosten von 4.409 Millionen Euro im Jahr, kommt aber nur für 887 Millionen Euro selber auf. Die Differenz von 3.522 Millionen Euro belastet die Allgemeinheit, wie die aktuelle VCÖ-Studie zeigt. Die Schweizer Lkw-Maut hat erfolgreich zu mehr Kostenwahrheit geführt. Der VCÖ hat daher jetzt eine E-Mail Aktion an EU-Kommissarin Loyola de Palacio gestartet, damit das Schweizer Lkw-Mautmodell auch in der EU erlaubt wird. Zudem fordert der VCÖ eine Erhöhung der Mineralölsteuer auf Dieseltreibstoff um 9 Cent pro Liter.
Die Gesamtkosten des Lkw-Verkehrs, bestehend aus Infrastruktur-, Gesundheits-, externen Unfall- und Umweltkosten betragen in Österreich 4,4 Milliarden Euro. Über Steuern, Abgaben und Mauten kommt der Lkw-Verkehr jedoch nur für 887 Millionen Euro auf. <Der Lkw-Verkehr belastet damit jede Person in Österreich im Durchschnitt mit 435 Euro im Jahr>, betonte DI Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut heute bei einer Pressekonferenz in Wien. Mit der Einführung der Lkw-Maut steigen die Einnahmen auf maximal 1,5 Milliarden Euro. <Die Einführung der Lkw-Maut in Österreich ist ein wichtiger Schritt, aber die geplante Höhe reicht nicht aus, um die gesamten Kosten des Lkw-Verkehrs abzudecken>, betont VCÖ-Experte Rauh.
Der VCÖ verweist auf das Vorbild Schweiz. In der Schweiz wird seit 1.1.2001 auf dem gesamten Straßennetz eine Lkw-Maut eingehoben. Zwei Drittel der Einnahmen fließen in den Ausbau der Bahn. <Die Lkw-Maut hat das Wachstum des Lkw-Verkehrs gebremst. Die Lkw-Leerfahrten gingen um zehn Prozent zurück. Die von Gegnern befürchtete Teuerung für Konsumenten blieb aus. Der Lkw-Transport ist einfach effizienter geworden>, fasste heute in Wien der Schweizer Verkehrsexperte Adrian Schmid die Erfahrungen der Schweiz mit der Lkw-Maut zusammen.
Der VCÖ tritt dafür ein, dass die EU das Schweizer Mautmodell zum Vorbild nimmt. Dies wird aber von der derzeitigen EU-Wegekostenrichtlinie nicht erlaubt. Der VCÖ hat daher eine E-Mail Aktion an EU-Kommissarin Loyola de Palacio zur Verbesserung der EU-Wegekostenrichtlinie gestartet. Der VCÖ bietet im Internet unter www.vcoe.at einen Text an, der direkt an die Verkehrskommissarin gesandt werden kann. <Unser Ziel ist, dass die EU ihren Mitgliedstaaten das erlaubt, was sie auch der Schweiz zugesteht: Eine Lkw-Maut, die am gesamten Straßennetz gilt und deren Einnahmen für die Verbesserung der Bahn verwendet werden darf>, erklärt VCÖ-Experte Rauh. Österreich soll zudem die sehr niedrige Mineralölsteuer auf Diesel um 9 Cent erhöhen. In Deutschland ist die Mineralölsteuer um 15 Cent, in der Schweiz sogar um 24 Cent pro Liter höher als in Österreich.
Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (01)893 26 97,
(0699)18932695
| *Kosten des Lkw-Verkehr in Österreich%BR% pro Jahr (in Millionen Euro)* | |
| Infrastrukturkosten | 2.554 |
| Gesundheitskosten | 477 |
| Externe Unfallkosten | 393 |
| Umweltkosten | 985 |
| Gesamtkosten | 4.409 |
| Einnahmen derzeit | 887 |
| Differenz derzeit | 3.522 |
| Differenz ab 2004 | 2.895 |
Quelle: bmvit, VCÖ 2003

