PresseAussendung20050610

Aus UVP-KO

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[bearbeiten] UVP läuft - Bürgerinitiative UVP-KO erneut registriert

  • Korneuburg (OTS)*

Die Umweltverträglichkeitserklärung für die S1 (Autobahnring um Wien) liegt derzeit in den Gemeinden bis zum 7. Juli zur Einsicht auf. Die Aktivisten der Unabhängigen Verkehrsplattform Bezirk Korneuburg (UVP-KO) wollen diese Unterlagen genauestens prüfen, um als Bürgerinitiative im Umweltverträglichkeitsverfahren mitreden zu können. Wie sich aus den Aktenbergen (etwa 2 Meter Ordner) erkennen lässt, ist dies keine leichte Aufgabe.

Die UVP-KO braucht möglichst viele Unterschriften von Bürgern der Anrainergemeinden, um im Umweltverträglichkeitsverfahren Parteienstellung zu erlangen. Die Liste der Kritikpunkte am Projekt ist lang, hier ein paar Eckpunkte:

  • Die S1 wird zur Transitroute. Bei Errechnung der Verkehrsströme wurde kein Gesamtkonzept gemacht, die EU Erweiterung um die neuen 10 (Polen, Ukraine, etc.) wurde nicht verfolgt usw.
  • Feinstaub wurde zuwenig beachtet. In Korneuburg hatten wir heuer bereits bis Anfang Mai 38 Grenzwert Überschreitungen, erlaubt sind 35 im gesamten Jahr! Wie wird das mit einer neuen Autobahn? Feinstaub verlegt die Atemwege und ist speziell für Kinder extrem gefährlich ( media:Killer_Transit.pdf )
  • Alternativen wurden nicht ernsthaft behandelt. Was ist z.B., wenn die Öffentlichen Verkehrsmittel in Ostösterreich gratis werden? (siehe http://www.ideenreich.at/Ideenreich/bewertung/idea.php?id=981 ) Das würde die Verkehrsströme komplett verdrehen.
  • Die Kosten des Projekts S1 liegen im Milliardenbereich. Dieses Geld könnte viel sinnvoller verwendet werden.

Sprecher Michael Monnerie: "Wir wollen all jene Bürger vertreten, die zurecht befürchten, dass durch diese Autobahn die Lebensqualität auf Dauer verschlechtert wird. In Korneuburg ist die Belastung durch Feinstaub bereits jetzt über den erlaubten Grenzwerten. Eine zweite Autobahn verschlimmert die Situation zusätzlich." Dabei hofft die UVP-KO auch auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, die ebenfalls Parteienstellung im Verfahren haben werden.

Die ASFINAG präsentiert die Autobahn am

  * 21.6. 17-20 Uhr im Rathaus Korneuburg und 
  * 22.6. 17-20 Uhr im Gemeindezentrum Hagenbrunn

Seien Sie dabei - wir sind es auch, um Unterschriften GEGEN die Autobahn zu sammeln. Wir werden Sie auch informieren - mit Informationen, über die die ASFINAG nicht gerne spricht.

Referenzen: Feinstaub - Statuserhebung Niederösterreich http://www.noe.gv.at/SERVICE/BD/Bd4/luft/feinstaub.htm


  • Allgemeines zur UVP-KO:

Wir fordern ein Umdenken weg vom alleinigen Ausbau schon bestehender oder noch zu bauender Straßen hin zu einem Verkehrskonzept, das sowohl Nachhaltigkeit als auch Lärm und Abgase viel stärker berücksichtigt als bisher.

Schon jetzt sterben etwa 2,5mal so viele Österreicher mehr (=2400 Personen) durch den Einfluss von Verkehrsabgasen als durch Verkehrsunfälle (Studie: WHO, Forum Gesundheit 1/2003, siehe ZeitungsArtikel "Killer Transit" im Jänner 2003), desweiteren werden schon 190 Tote direkt dem Verkehrslärm zugeordnet (VCÖ 2003). Ausserdem haben Autobahnanrainer eine 40% höhere Sterberate (Studie aus Holland, siehe ebenfalls Forum Gesundheit 1/2003).

Allein die Kosten des Verkehrslärms durch Wertverlust, Tourismuseinbußen, und Therapien belaufen sich auf 1,8 Milliarden(!) Euro pro Jahr in Österreich (VCÖ). Diese Werte werden jedoch immer noch von den zuständigen Stellen weitgehend ignoriert, als "nicht nachweisbar" abgestempelt. Es ist vergleichbar mit dem Status des Rauchens vor 20 Jahren, als schon vorsichtig gewarnt wurde, aber noch niemand die wahren Folgen beweisen konnte.


  • Wer ist die Unabhängige VerkehrsPlattform KOrneuburg

( http://UVP-KO.org ) eigentlich?

Wir sind eine Bürgerinitiative, die am 10.3.2003 gegründet wurde, und Widerstand gegen den 4-spurigen Ausbau der S1 zur Autobahn speziell im Bezirk Korneuburg leistet. Wir sind überparteilich, und arbeiten mit vielen anderen Gruppierungen zusammen, die ähnliche Ziele verfolgen.

Obwohl wir als Bürgerinitiative gegenüber mächtigen Interessen der Autobahnlobby als klein erscheinen, geben wir den Kampf für ein menschengerechtes und zukunftsorientiertes Verkehrskonzept nicht auf - das sind wir unseren Kindern und Enkelkindern schuldig.

Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Homepage http://uvp-ko.org/.

Gerne arbeiten wir mit Ihnen direkt zusammen: Sprecher Michael Monnerie, Tel: 0660/415 65 31, Fax: 02262/64742, oder per e-mail sprecher@uvp-ko.org

Mit freundlichen Grüssen Michael Monnerie

-- Main.MichaelZieger - 10 Jun 2005

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