OnlineStandard20031002
Aus UVP-KO
Quelle: http://derstandard.at/?id=1437622
02. Oktober 2003 13:58 MEZ
[bearbeiten] Wien: Die Tangente besser gar nicht tangieren
- Großstaustelle im überlasteten Abschnitt St. Marx beginnt im November - Was die Nordostumfahrung betrifft, werden zwei Varianten geprüft*
Wien - Es ist ein verzweifelter Appell, den Asfinag-Vorstandsdirektor Franz Lückler und Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP) am Mittwoch an die Autofahrer in Wien richteten. Bitte, bitte, bitte: die Südost-Tangente umfahren, zur Abendspitzenzeiten sowieso und wenn möglich gleich mit Öffis fahren.
Der Grund: "Wir benötigen ein Minus von zehn Prozent, um den Verkehrsfluss ohne größere Behinderungen aufrechterhalten zu können", erläutert Lückler.
- Vierter Fahrstreifen kommt*
Die Ursache: Ab 3. November wird auf der Südost-Tangente in Fahrtrichtung Süden zwischen Knoten Prater und Anschlussstelle Landstraße ein vierter Fahrstreifen errichtet. In Richtung Donaustadt werden die drei Fahrstreifen eingeengt und verschwenkt - in Fahrtrichtung Donaustadt aber entfällt der schon bestehende vierte Fahrstreifen, um Platz für Verkehrsführung und Bauarbeiten zu schaffen. Hier rechnen Schicker und Lückler vor allem in den Abendstunden mit erhöhter Staugefahr.
Die Gesamtbaukosten bezifferte Lückler mit insgesamt 2,2 Millionen Euro (29,5 Millionen Schilling). Die dann insgesamt acht Fahrspuren sollen "noch vor Schulbeginn" fertig sein - gemeint ist allerdings der Schulbeginn des Jahres 2005.
- Umfahrungs-Friede*
Nach dem in der Vorwoche ausgetragenen Konflikt über die Trasse der Nordostumfahrung demonstrierten Schicker und Lückler am Mittwoch wieder weitgehende Einigkeit. Schicker: "Es hat keinen Sinn, sich mit Aussagen aufzumunitionieren." Nach den Exklusivberichten im STANDARD hat Schicker laut eigenen Angaben nun die Ösag-Unterlagen über die zwei möglichen Routen erhalten. Jetzt werde man die Details in Ruhe prüfen.
- Anstelle des Tunnels unter der Donau eine Brücke*
Nach derzeitigem Stand der Dinge soll anstelle des Tunnels unter der Donau eine Brücke errichtet werden. Dann könnte die Nordostumfahrung die Lobau entweder an der schmalsten Stelle im Tunnel queren und dann zwischen Aspern und Eßling über das Flugfeld Aspern nach Norden führen. Diese Variante fordert die Stadt Wien ein.
- Lobau queren*
Die andere Trasse würde die Lobau queren, wo sie 4,5 Kilometer breit ist, dann östlich von Eßling und weiter genau an der Stadtgrenze in Richtung Nordautobahn führen. Diese Route würde aber auch weit "mehr Menschen tangieren", wirft Schicker ein.
Der Planungsstadtrat fordert zwar nach wie vor, dass die Donau untertunnelt wird - "aber bei der Entscheidung dieser Frage sind wir jetzt auf die technische Prüfung angewiesen".
(frei, DER STANDAERD Printausgabe 2.10.2003)

