OTS20030515-1

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Quelle: http://www.ots.at/meldung.php?schluessel=OTS_20030415_OTS0169&typ=


[bearbeiten] Kyoto braucht eine Polit-Initialzündung

[bearbeiten] WirtschaftsBlatt-Kommentar von Angelika Kramer

Wien (OTS) - Österreich hat sich bei der Erreichung des Kyoto-Ziels sehr weit aus dem Fenster gelehnt und sich Fleissaufgaben auferlegt. Bis 2010 sollten 13 Prozent der Treibhausgase reduziert werden. Heute, sechs Jahre nach der Welt-Klimakonferenz und sieben Jahre vor der Deadline, ist Österreich von dem ehrgeizigen Ziel weiter entfernt denn je. Nach dem jüngsten Bericht liegen die Emissionen in Österreich um 9,6 Prozent über dem Basiswert des Jahres 1990.

Doch die Regierung übt sich beharrlich in Vogel-Strauss-Politik und ist im Erarbeiten von Konzepten, wie die Treibhausgase eingedämmt werden könnten, nicht gerade kreativ. Doch immerhin: Laut Regierungsprogramm sollen zwischen 2004 und 2006 jährlich 30 Millionen Euro in Massnahmen zur Reduktion des CO2 fliessen. Doch warum sollte sich die Politik den Kopf zerbrechen, wenn die Wirtschaft ohnehin schon an Konzepten feilt? Die Unternehmen haben das Potenzial längst erkannt, das in Kyoto schlummert. Österreichs Kraftwerksbauer sind schon seit einiger Zeit auf Kyoto-Road-Show durch die mittel- und osteuropäischen Länder unterwegs, und Energiespar-Firmen sowie die Baubranche scharren in den Startlöchern und gieren nach Aufträgen. Das gestern von der Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen gemeinsam mir der Erste Bank und der s Bausparkasse präsentierte Förderungsmodell zur Erreichung der Kyoto-Ziele (siehe oben) ist ein weiterer Versuch, die Politik und die Konsumenten zu mobilisieren und den Kyoto-Zielen einen Schritt näher zu kommen.

Das Interessante an dem Konzept: Da werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen, denn das Modell sieht nicht nur eine drastische Senkung der CO2-Belastung vor, sondern bringt zahlreiche andere Vorteile mit sich: Die darnieder liegende Bauwirtschaft wird angekurbelt. Zugleich wird die damit Hand in Hand gehende Arbeitslosigkeit am Bau gesenkt werden. Ausserdem werden sanierungsbedürftige Häuser wieder in Schuss gebracht und der Pfusch eingedämmt. Und das Schönste daran: Im Idealfall - also bei etwa gleich bleibendem Zinsniveau - könnte das Modell sogar annähernd aufkommensneutral sein. Das heisst, Finanzminister Grasser müsste nicht einmal allzu tief in die Tasche greifen. Worauf wartet die Politik also noch? Innovative Konzepte müssen mit Förderungen unterstützt werden, oder Kyoto und eine gesunde Bauwirtschaft rücken in weite Ferne.

http://www.wirtschaftsblatt.at

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