NOEN20030909
Aus UVP-KO
Quelle: http://www.noen.at/redaktion/n-kor/article.asp?Text=127805&cat=341
[bearbeiten] Tieferlegung für einen Teilbereich der S1
- STRASSENBAU / Das Teilstück der S1 vom Autobahn-Anschluss bis auf Höhe der Firma Jomo soll tiefer gelegt werden. Das soll weniger Lärm bringen und von Leobendorf aus die Straße "unsichtbar" machen.*
BEZIRK / Die Straßenplaner der Abteilung Großprojekte haben derzeit jede Menge zu tun, soll doch noch im Laufe des Herbstes der komplette Verlauf der S1 im Bezirk Korneuburg projektiert sein, damit dann das UVP-Verfahren starten kann. Dipl. Ing. Rudolf Schwarz berichtet über die aktuellen "Problem-Stellen", wo die Straßenplaner derzeit mit den Gemeinden in Verhandlungen stehen: "Das Teilstück vom Kreisverkehr bei der Autobahnauffahrt Leobendorf bis zum Kreisverkehr beim Industriegebiet Tresdorf, Stetten wurde von uns jetzt dahingehend geplant, dass die Straße ab dem Autobahnanschluss bis auf Höhe der Firma Jomo tiefergelegt wird. Denn nach den eingegangenen Resolutionen der Gemeinden Leobendorf und Korneuburg haben wir nach einer Variante mit Tieferlegung gesucht. Das bedeutet aber, dass man mit der Trasse vom jetzigen Bestand wegrücken muss, da man sonst beim A22-Kreisverkehr nicht an den Häusern vorbeikommt."
- S1 fast "unsichtbar"*
Für die Gemeinde Leobendorf hätte diese Variante den Vorteil, dass durch die Tieferlegung und die Lärmschutzdämme (es sollen dort Rastergitterwände und eine Abböschung entstehen) die Straße nicht sichtbar wäre. Im Bereich der Schottergrube würde die S1 sogar auch nach oben geschlossen werden, da die Abzweigungen zur Autobahn und B3 alle unterhalb geführt würden, so Dipl. Ing. Schwarz und weiter: "Die Variante wird in Folge noch einer Nutzen-Kosten-Analyse unterzogen werden. Man kann zwar sagen, dass sie ein bisschen teurer wird, dafür ist aber die Akzeptanz höher, und durch die Tieferlegung kann man den anfallenden Aushub gleich für die Lärmschutzwände verwenden." Noch fehlt allerdings der jeweilige Gemeinderatsbeschluss von Korneuburg und Leobendorf.
- Ganz genaue Planungen*
Der Knoten A22-S1 ist aber ein sehr sensibler Bereich, den die Straßenplaner ganz genau bearbeiten: "Erst, wenn ich sicher weiß, wie die Variante aussieht, kann man den Knoten danach gestalten. Hier sind ja überall Häuser und Gebäude rund herum, es bleibt also nur ein schmaler Korridor für die Straße, und zu weit runter kann man auch nicht, da hier das Grundwasser ist. Je weiter man aber rauf geht, umso höher ist wiederum die Lärmbelastung für die Anrainer", erklärt Dipl. Ing. Schwarz die Problematik.
- Keine Lösung in Bisamberg*
Noch immer nicht geklärt ist auch die Frage, welche Variante im Bereich des Bisamberger Umspannwerkes genommen wird. Auch hier spielt man sich derzeit mit dem Gedanken, die zukünftige S1-Trasse tiefer zu legen. "Beim Umspannwerk selbst sind von Seiten der Gemeinde noch Planungen im Gange, die wir dann auch noch in unsere Pläne mit einarbeiten müssen", sagt Projektleiter Dipl. Ing. Schwarz. Beim Abschnitt östlich des geplanten Tunnels durch den Tradenberg dürfte dafür ein Konsens gefunden worden sein, hier verliefen die Verhandlungen mit den Gemeinden Enzersfeld und Hagenbrunn nach Aussagen von Dipl. Ing. Schwarz recht positiv, lediglich ein Gemeinderatsbeschluss ist auch hier noch ausständig. Für die Unabhängige Verkehrsplattform Korneuburg (UVP-KO) beginnt jetzt nach de Sommerferien auch wieder die Arbeit, wie Pressesprecher Michael Zieger im NÖN-Gespräch erklärt. Bereits am 18. September findet in Königsbrunn wieder eine Info-Veranstaltung der UVP-KO statt.
- Noch die beste Alternative*
Zu der geplanten Variante der Tieferlegung der S1 im Bereich Leobendorf-Korneuburg meint Michael Zieger: "Wenn die Straße wirklich kommen muss, ist eine Tieferlegung natürlich zu bevorzugen und so gesehen noch die beste Alternative. Denn durch das Tieferlegen und entsprechend hohe Lärmschutzwände kann der Lärm schon eingeschränkt werden." Die Vermeidung von Straßenlärm ist für die Plattform-Mitglieder eine der wichtigsten Forderungen. "Genauso muss aber auch garantiert sein, dass bei der A22 entsprechende Lärmschutzmaßnahmen gesetzt werden", fordert der UVP-KO Pressesprecher und berichtet, dass nach neuesten Meldungen des VCÖ der LKW-Verkehr die Österreicher jährlich 4,5 Milliarden Euro kostet, die auch durch die LKW-Maut nicht abgedeckt werden können.
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