DerStandard20031121

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[bearbeiten] Spatenstich im Niemandsland

EU-Beitritt der Slowakei wird dem Marchfeld mehr Straßenverkehr bescheren, die Straßen befinden sich aber noch im Planungsstadium

[bearbeiten] Die Slowakei plant angeblich Autobahn "von Bratislava nach Marchegg"

Der bevorstehende EU-Beitritt der Slowakei wird dem Marchfeld mehr Straßenverkehr bescheren; die Straßen dafür befinden sich aber noch im Planungsstadium, wie ein Spatenstich im Niemandsland bei Marchegg zeigt.

  • Marchegg/St. Pölten/Schwechat* - Ein Spatenstich für eine Verkehrsverbindung, die sich nach derzeitigem Stand der Dinge "auf eine Brücke über die March allein beschränkt", sei "absurd", meint Wolfgang Rehm von der Bürgerinitiative Marchfeld-Marchegg (Bimm).

"Es handelt sich wohl mehr um das Festhalten an einer fixen Idee als um den Beginn eines konkreten Bauvorhaben". So kommentiert der Straßenausbaugegner den am Donnerstag feierlich begangenen Start der Pfeilerrenovierung an der Flussquerung zwischen Marchegg und dem slowakischen Devínska Nová Ves.

[bearbeiten] Geplante Autobahn "von Bratislava nach Marchegg"

Immerhin hänge die "slowakische Seite" des Straßenprojekts an der 1913 errichteten und seither dem Verfall preisgegebenen Eisenbahnbrücke "voll in der Luft". Während in Österreich ein Großteil der Bewilligungsverfahren für die ins Auge gefasste Anbindung an die B49 fehle.

Dabei hatte die "slowakische Seite" erst im September für Aufregung gesorgt. Der niederösterreichische Naturschutzbund hatte von "vertraulichen" Informationen über eine in der Slowakei geplante Autobahn "von Bratislava nach Marchegg" berichtet. In der Slowakei wurden Befürchtungen laut, die Marchauen könnten durch das Projekt gefährdet sein.

[bearbeiten] Informationspflicht

Nun fürchtet sich Rehm vor Transitverkehr auch durch das östliche Marchfeld, von und zu dem großen Werk der Autofirma VW in Devínska Nová Ves. Im Vorfeld der wirtschafts- wie verkehrsfördernden EU-Erweiterung am 1. 5. 2004 sei in der Bevölkerung die Unruhe überhaupt sehr groß - "und das Land kommt seiner Informationspflicht nicht nach".

Auf dem Papier nämlich, so Rehm, seien die Planungen für die "Marchfeldschnellstraße" B8 von Strasshof über Gänserndorf in Richtung Angern an der March sowie den "Abzweiger" B8a von Gänserndorf nach Marchegg (siehe Grafik) bereits abgeschlossen.

[bearbeiten] "Alternativroute"

Wirklich fix sei noch nichts, widerspricht hier Christian Popp aus dem Landesverkehrsreferat in St. Pölten. Die Möglichkeiten einer "Alternativroute" von der runderneuerten Brücke zur B49 - die Schnellstraße B8a steht seinen Aussagen nach nicht zur Diskussion - würden derzeit "geprüft"; bisher führe nur ein schütterer Feldweg quer durch den Wohnbezirk Marchegg-Bahnhof.

Für die Bundesstraße selbst, so Popp, erwäge man "einen zweispurigen Ausbau": Eine Entscheidung, die seit April 2002 nicht mehr beim Bund in Wien, sondern beim Land in St. Pölten liegt. Während es laut Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Fasan für die südlicher verlaufende B8 "Pläne gibt, die Finanzierung des Projekts wieder in der Bundesstraßenverwaltung unterzubringen". Laut Fasan ein "Ausdruck der Gigantomanie".

[bearbeiten] S1-Bau gestoppt?

Kleinere Brötchen müssen laut dem *Rechtsanwalt Heinz Vana* ab jetzt indes die Trassenverantwortlichen der geplante Wiener Außenringschnellstraße S1 backen - und alle anderen Trassenverantwortlichen in Österreich auch. "*Der Verwaltungsgerichtshof hat in einem Enteignungsverfahren für die S1 dem betroffenen Schwechater Landwirt Recht gegeben. Gleichzeitig hat er die österreichische Umweltverträglichkeitsprüfung als nicht EG-konform bezeichnet*."

Daraus, so Vana, folge, "dass *alle Trassenverläufe von Straßenprojekten neu aufgerollt werden müssen*". Eine Ansicht, die man bei der Österreichischen Schnellstraßen- und Autobahnen Gesellschaft (Ösag) am Donnerstag abwehrte: Es liege "nur ein Formfehler" vor. (Irene Brickner, DER STANDARD Printausgabe 21.11.2003)

bild:derstandard20031121-Spatenstich.png

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