DerStandard20030325-Schutzoffensive
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[bearbeiten] Pröll kündigt Schutzoffensive an
[bearbeiten] Bis 2006 werden neunzig Millionen Euro zusätzlich für Forschung und einschlägige Maßnahmen zur Verfügung gestellt
- Wien* - Landwirtschaftsminister Josef Pröll (VP) kündigte beim Klimaforum eine Klimaschutzoffensive der Bundesregierung an. So würden bis 2006 neunzig Millionen Euro zusätzlich für Forschung und einschlägige Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Die je dreißig Millionen für die kommenden drei Jahre seien auch mit Finanzminister Karl-Heinz Grasser bereits abgesprochen, so der neue Ressortchef.
Pröll gab sich zuversichtlich, dass das so genannte Kyoto-Protokoll durch die Mitwirkung Russlands doch noch in Kraft treten könnte. Der Minister räumte aber auch ein, dass Österreich bezüglich des Protokolls, dass eine Reduktion der Kohlendioxidemissionen um dreizehn Prozent vorsieht, nicht im Plan liege. Dennoch liege man beim Klimaschutz im internationalen Vergleich im Spitzenfeld.
[bearbeiten] Forcierung von Biomasse
Als wichtigen Schwerpunkt für die Klimaschutzoffensive nannte Pröll etwa die Forcierung von Biomasse. Der Anteil an erneuerbarer Energie solle von derzeit siebzig Prozent bis zum Jahr 2010 auf 78 Prozent gesteigert werden. Pröll berichtete von "vielversprechenden Gesprächen" mit der OMV, man arbeite an Modellen, wie Treibstoffe aus erneuerbaren Quellen den fossilen Trägern beigemischt werden könnten.
Für EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler ist man weltweit von einem gelungenen Klimaschutz "weit entfernt". Derzeit habe noch die Wissenschaft das Wort, wie man das Problem am besten angehen sollte. "Für mich steht fest, dass Klimaschutz vor allem Nachhaltigkeit bedeutet", sagte der Kommissar.
[bearbeiten] Ökonomie, Ökologie und soziale Verträglichkeit kommen unter einen Hut
Dabei müssten, wie in der Definition vorgesehen, die Aspekte "Ökonomie, Ökologie und soziale Verträglichkeit" unter einen Hut gebracht werden. Für die Landwirtschaft werde das keinesfalls einen Rückschritt in die Vergangenheit - Stichwort "Agrarromantik" - bedeuten, sondern Innovationsfreudigkeit und Offenheit für neue Methoden. (APA)

