DerStandard20030317-LKW-Flut
Aus UVP-KO
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] EU droht Lkw-Flut
[bearbeiten] Studie: Bis 2010 wird der Schwerverkehr auf Europas Straßen um 40 Prozent zunehmen - Österreich bei Bahnverkehr Vorreiter
Während der Lkw-Verkehr rasant zunimmt, geht der Schienenanteil am Gütertransport zurück. Der VCÖ fordert daher ein Mautmodell nach Schweizer Vorbild.
- Wien* - Einen kräftigen Anstieg im europäischen Straßengüterverkehr prophezeit einmal mehr eine neue Studie aus Österreich. *Bis 2010 soll der Lkw-Verkehr in den derzeitigen 15 EU-Mitgliedsstaaten um 40 Prozent zunehmen*, so eine am Montag veröffentlichte Untersuchung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Statt derzeit 1.350 Mrd. Tonnenkilometern würde das Straßentransportvolumen dann 1.881 Mrd. Tonnenkilometer betragen.
[bearbeiten] Schienenanteil sinkt weiter
"Weder die Bahnliberalisierung noch die derzeit vorliegenden Pläne für die EU-Wegekostenrichtlinie werden den enormen Anstieg des Lkw-Verkehrs verhindern", meint VCÖ-Verkehrsexperte Wolfgang Rauh am Montag in einer Pressemitteilung. Das Gütervolumen auf Europas Schiene hingegen würde demgegenüber 2010 nur bei 318 (derzeit: 249) Mrd. Tonnenkilometern liegen, der Schienenanteil am Gesamttransport von 15,6 auf 14,3 Prozent weiter sinken.
[bearbeiten] Österreich: Spitzenposition bei Bahngüterverkehr
Die Untersuchung zeigt allerdings auch, dass Österreich in der EU beim Bahngüterverkehr eine Spitzenposition hat. 37,2 Prozent der Güter werden in der Alpenrepublik mit der Bahn transportiert. Nur in Schweden sind es mit 38,2 Prozent mehr. Der EU-Durchschnitt liegt bei 13,8 Prozent.
[bearbeiten] "Maut zu niedrig"
Der VCÖ kritisiert, dass die EU-Kommission in ihren derzeitigen Plänen für die EU-Wegekostenrichtlinie "eine zu niedrige Lkw-Maut und eine nur sehr eingeschränkte Querfinanzierung der Schiene aus den Einnahmen der Lkw-Maut vorsieht". Der Verkehrsclub fordert, dass in der EU ein Mautmodell nach Schweizer Vorbild erlaubt wird. *In der Schweiz wird seit zwei Jahren am gesamten Straßennetz eine Lkw-Maut in der Höhe von 40 Cent pro Kilometer eingehoben, zwei Drittel der Einnahmen fließen in den Ausbau der Schiene. Der Lkw-Verkehr durch die Schweizer Alpen ist damit, wie berichtet, im vergangenen Jahr um 10 Prozent zurückgegangen*. (APA)

